1.
Zweck des Leitbilds
|
| Dieses Leitbild für die österreichischen
Beton- und Fertigteilwerke soll die gegenwärtige
Situation der Branche beschreiben, die zukünftigen
Entwicklungen analysieren und daraus die wichtigsten
Aufgaben ableiten. Die hier formulierten Grundsätze
und Gedanken sind als Richtlinien sowohl für
die Unternehmenspolitik jedes einzelnen Beton-
und Fertigteilwerkes als auch für die Politik
des VÖB und ebenso als Impulsgeber für die
österreichische Bauwirtschaftspolitik zu verstehen.
Das Leitbild zeigt auf, wie bestehende und
künftige Probleme bewältigt und die Chancen
genutzt werden können, um die Position der
Betriebe dieser Branche im Markt zu festigen
und auszubauen.
|
2.
Selbstverständnis und Grundsätze
|
| Zur Erhaltung
der Substanz, Sicherung der Rentabilität und
Steigerung der Ertragsfähigkeit ist es oberstes
Ziel der Beton- und Fertigteilbranche, Bauteile
zur bedarfsgerechten Erfüllung der unterschiedlichen
Anforderungen herzustellen und zu vertreiben,
die in ständiger Weiterentwicklung und Verbesserung
Nutzen stiften und insbesondere die Bauwirtschaft
in ihrer Leistungsfähigkeit durch Vorfertigung
entscheidend unterstützen. Damit versteht
sich die Beton- und Fertigteilbranche als
bedeutender Teilbereich der heimischen Bauwirtschaft,
die sie mit hochwertigen Bauteilen aus inländischer
Wertschöpfung versorgt und damit ein generell
wichtiger Träger der österreichischen Wirtschaft
ist. Sie kennzeichnet Leistungsfähigkeit,
Qualitätsdenken, umweltschonende Produktion
und qualitatives Wachstum.
|
3.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen
|
| Die Beton- und Fertigteilhersteller
verlangen Rahmenbedingungen des Staates, die
es ermöglichen, dass gut geführte, lebensfähige
Betriebe auf gesunder Ertragsbasis existieren
und sich entwickeln können, dass die Rahmenbedingungen
gegenüber anderen Baustoff erzeugenden Branchen
keine Benachteiligung bringen, dass diese
Rahmenbedingungen gleiche Voraussetzungen
für alle Baustoffbranchen - gleichgültig ob
Gewerbe oder Industrie – schaffen, die heimische
Wirtschaft vor Dumping-Preisen schützen, die
Einhaltung des Qualitätsstandards nachweislich
fordern und die Rohstoffversorgung sichern.
|
4.
Produktimage und Ansehen des Berufsstandes
|
| Die Beton- und Fertigteilhersteller
setzen sich zum Ziel, durch ihre Leistungen,
ihr Verhalten und einer systematischen Öffentlichkeitsarbeit
das Ansehen der Branche, des Berufsstandes
und ihrer Produkte zu verbessern und alles
zu unterlassen, was diesem Ansehen schaden
könnte, damit der Baustoff Beton nicht mehr
länger durch Vorurteile, Fehleinschätzungen
und falsche Vorstellungen zum Sündenbock für
Planungs-, Gestaltungs- und Anwendungsfehler
gemacht wird und aus verunsicherten Skeptikern
vorurteilslose und überzeugte Konsumenten
werden.
|
5.
Bekenntnis zu einem fairen Wettbewerb bei
verstärkter Zusammenarbeit
|
| Die Beton- und Fertigteilhersteller
bekennen sich im Rahmen eines gemeinsamen
europäischen Marktes zu einem fairen Wettbewerb,
in welchem jeder leistungs- und konkurrenzfähige
Betrieb, auch der kleine Betrieb, seine Existenzchance
hat. Sie befürworten alle Bestrebungen, die
dazu dienen die vermehrte Zusammenarbeit mit
anderen Betrieben - sofern solche Kooperation
für beide Teile lebensfähig sind und entsprechende
Synergieeffekte bringen - zu fördern, um damit
die regional zu hohe Betriebsdichte zu reduzieren,
Erzeugung und Erzeugnisse laufend zu verbessern
und die Produktpalette zu bereinigen.
|
6.
Qualitätssicherung und Güteschutz
|
| Die Beton- und Fertigteilhersteller
bekennen sich uneingeschränkt zu einem hohen
Qualitätsstandard ihrer Produkte. Qualitätssicherungssysteme
mit Eigen- und Fremdüberwachung sowohl der
Erzeugung als auch der Erzeugnisse sind existentielle
Voraussetzungen für den Weiterbestand der
Firmen. Sie werden sich verstärkt bemühen,
damit seitens der Bauherren, insbesondere
der öffentlichen Hand und der Bau ausführenden
Firmen, der Qualität der Baustoffe in Zukunft
noch mehr Beachtung geschenkt wird. Die Gewährung
von Förderungsmitteln muss zwingend davon
abhängig sein.
|
7.
Schulung der Mitarbeiter und Schaffung eines
Berufsbildes
|
| Die Beton- und Fertigteilhersteller
sind sich auch ihrer Verantwortung als Arbeitgeber
bewusst. Sie bekennen sich daher zu attraktiven
und qualitativ hoch stehenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
und zur laufenden Schulung der Mitarbeiter,
um entsprechende Karrierechancen in der Branche
zu eröffnen.
|
8.
Verstärkung des betrieblichen Managementpotentials
|
| Die Beton- und Fertigteilhersteller
müssen das Managementpotential in ihren Betrieben
wesentlich verstärken. Vor allen Dingen ist
die Weiterbildung in den Fragen des Betriebs-
und Qualitätsmanagements, des kaufmännischen
Denkens, des Marketing und der Personalführung
notwendig, um die kommenden Probleme zu meistern.
Nur durch ständige Weiterbildung und Umsetzung
dieser Erkenntnis in der Praxis
- erhöht sich das Ansehen des Berufsstandes
- verbessert sich das Image als Arbeitgeber
- kann wesentlich dazu beigetragen werden,
die Ertragskraft der Betriebe zu steigern
Die Chance in der Zukunft liegt bei Unternehmerpersönlichkeiten
mit Mut zur Veränderung, zum Verlassen ausgetretener
Pfade, zur Flexibilität und zur Innovation.
|
9.
Stärkere Marktorientierung beim Unternehmerischen
Handeln
|
| Betonbauteile müssen durch
Individualisierung und Profilierung des Angebotes
zum hochwertigen Markenprodukt avancieren
und sich gegenüber den Produkten anderer Betriebe
deutlich absetzen.
Dies sowie die Erfüllung der hohen technischen
Anforderungen an die geforderte Produktvielfalt
verlangen unternehmerisches Marketingdenken
und hohes technisches Können.
|