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Branchenleitbild
 

Zweck der Verbandspolitik

Die Verbandspolitik legt in grundsätzlicher und verbindlicher Form fest, welchen Beitrag der VÖB zur Verwirklichung des Leitbildes der Beton- und Fertigteilbranche leisten kann. Damit sind die Richtlinien und Normen für die Organisation und Durchführung der Verbandsarbeit eindeutig vorgegeben. Die Verbandspolitik fußt auf dem Branchenleitbild. Sie konkretisiert die darin enthaltenen Grundsatzgedanken und bestimmt den für die Umsetzung des Leitbildes erforderlichen Entscheidungs- und Handlungsrahmen der Führungsorgane, insbesondere des Vorstandes und der Geschäftsführung. Weiters liegt ihr die VÖB - Mitgliederbefragung des Jahres 1990 zugrunde. Die Verbandspolitik selbst ist Grundlage für die Festlegung der Organisationsstruktur des VÖB, der Umschreibung seines Leistungsprogramms sowie aller zentraler Fragen der Verbandstätigkeit.

ALLGEMEINE VERBANDSPOLITIK

Abgrenzung des Mitgliederkreises

Der VÖB wurde nach dem österreichischen Vereinsrecht gegründet und ist eine freiwillige Interessensvertretung von Erzeugungsbetrieben für Betonbauteile, die ihren Sitz in Österreich haben und sich mit dem Selbstverständnis des VÖB identifizieren. Dementsprechend übt er seine Tätigkeit im gesamten Bundesgebiet aus.


Selbstverständnis des VÖB

Der VÖB versteht sich als fortschrittlicher, dynamischer und aufgeschlossener Wirtschaftsverband. Er ist die kompetente, auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhende Interessensvertretung der Beton- und Fertigteilwerke in Österreich. Er übernimmt dabei solche Aufgaben, deren Erledigung durch den einzelnen Mitgliedsbetrieb aus eigener Initiative und mit eigenen Mitteln nicht mehr sinnvoll und zielführend ist und daher die Übertragung an den VÖB die wirtschaftlichere und wirksamere Lösung verspricht. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sich die Dienstleistung des Verbandes nicht direkt und unmittelbar an das Mitglied richtet, sondern für andere am Baugeschehen maßgeblich beteiligte Personen und Einrichtungen bestimmt ist. Der VÖB soll primär eine Einrichtung sein, die in der Lage ist, Veränderungen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeld rasch wahrzunehmen und deren Auswirkung auf die Branche zu analysieren, um die Mitgliedsbetriebe auf allfällige negative Folgen und Gefahren rechtzeitig hinweisen zu können (VÖB als Frühwarnsystem). Neben dieser vorausschauenden Funktion muss er aber auch spontan auf gegebene Verhältnisse reagieren, um Nachteile für die Mitgliedsbetriebe entweder abwenden oder zumindest so klein wie möglich halten zu können (VÖB als Feuerwehrsystem). Der VÖB ist politisch und konfessionell neutral. Es gilt der Grundsatz, dass der Verband nur machen soll, was das einzelne Mitglied nicht selbst schneller, besser oder billiger erledigen kann. Die kollektive Selbsthilfe des Verbandes wird daher erst dann wirksam, wenn abzusehen ist, dass die Maßnahmen und Aktionen des einzelnen nicht mehr auslangen, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Die Mitglieder verpflichten sich, ihr geschäftliches Handeln auf die Grundsätze des Branchenleitbildes und auf das Selbstverständnis des VÖB abzustimmen.


Grundsätze der Förderung und Unterstützung der Mitglieder

Die gesamte Verbandstätigkeit ist wettbewerbsneutral durchzuführen. Dementsprechend sind daher alle Aktivitäten zu unterlassen, die in das Wettbewerbsverhältnis der Mitglieder untereinander ergreifen. Dieser Grundsatz ist nicht nur bei der Förderung der Mitglieder in Hinblick auf eine bessere Absatzmöglichkeit von Betonbauteilen zu berücksichtigen, sondern es muss sich die Erwartungshaltung der Mitglieder auch bei der Rohstoffbeschaffung und der Produktion daran orientieren.



Maßnahmen, Aktivitäten und Leistungsbereiche des VÖB

Aus den Zielvorgaben des Leitbildes der Beton- und Fertigteilbranche ergeben sich aus dem Betriebsprozess der Mitglieder ausgegliederten und an den VÖB übertragenen Aufgaben, deren Erfüllung den eigentlichen Verbandszweck darstellt. Er verwirklicht diese Ziele durch nachstehende Leistungen und Aktivitäten:

• Einflussnahme auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen durch Stellungnahme, Einsprüche, Vorschläge. Mitarbeit in entsprechenden Gremien und Aufklärungsarbeit. Voraussetzung dafür ist die Anerkennung des VÖB als kompetente Organisation der Beton- und Fertigteilbranche durch die für uns maßgeblichen Stellen. Dort wo es erforderlich ist, wird die Einflussnahme auf die Rahmenbedingungen gemeinsam mit den gesetzlichen Interessensvertretungen (Kammer) wahrgenommen. Durch Vortragsveranstaltungen, Aktionen auf wirtschaftlichem, sozialem und künstlerischem Gebiet, Pressekonferenzen, Presseaussendungen, Fachgesprächen, kurz durch Einsatz des gesamten Instrumentariums der Public Relations und der "politics" hilft der VÖB mit, das Ansehen der Branche, des Berufsstandes und der Produkte der Beton- und Fertigteilwerke zu verbessern.

• Durch unverbindliche Verbandsempfehlungen, Gentleman Agreements, Verhandlungen mit Vorlieferanten bzw. deren Organisationen, Herausgabe von allgemeinen Verkaufs- und Lieferbedingungen sowie anwendungstechnische Richtlinien für Betonbauteile wird eine Verbesserung der Marktstellung angestrebt. Diese Leistungen tragen dazu bei, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsbetriebe zu verbessern und sind dadurch gekennzeichnet, dass sie aus der eigentlichen Zielsetzung des Betriebes hervorgehen, nämlich der Herstellung und dem Vertrieb von Betonbauteilen, zu denen die Beschaffung, die Produktion und der Absatz gehören. Die Leistungen des VÖB beziehen sich auf alle drei Bereiche der Leistungserstellung.

• Durch Mitarbeit in allen maßgeblichen Fachnormenausschüssen, durch die Berechtigung zur Verleihung eines Gütezeichens, die enge Zusammenarbeit mit Prüfanstalten, der Mitarbeit in der europäischen Normung und durch direkte Hilfestellung in produkttechnischen Belangen trägt der VÖB maßgeblich zur Hebung des Qualitätsstandards von Betonbauteilen bei.

• Durch Seminare und Schulungen, auch in Zusammenarbeit mit Kammer und WIFI hilft der VÖB bei den Bestrebungen der Aus- und Weiterbildung seiner Mitglieder, deren Mitarbeitern und den Mitarbeitern der Mitgliedermärkte.

• Durch Herausgabe eigener Verbandsinformationen, Durchführung der Gemeinschaftswerbung, der laufenden Öffentlichkeitsarbeit und anderer Verkaufs fördernder Maßnahmen unterstützt der VÖB die Marketingbestrebungen seiner Mitglieder ganz wesentlich. Die Tätigkeit der einzelnen Arbeitskreise und die Ausarbeitung von Marketingkonzepten für einzelne Produktbereiche tragen dazu bei, die Firmen in ihren Bemühungen zu unterstützen, dass sich Betonbauteile als qualitativ hochwertige Markenprodukte vom anonymen Massenprodukt abheben und laufend den Bedürfnissen des Marktes angepasst werden.

 

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VERBAND ÖSTERREICHISCHER BETON- UND FERTIGTEILWERKE (VÖB) - Kinderspitalgasse 1/Top 3, A-1090 Wien
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