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Bingding Keramik in Beton

Bingding Keramik

Foto: © YAO Li


Produktionsstätte für Keramik bei Jingdezhen

Umgeben von Wald sitzt in der südostchinesischen Provinz Jiangxi ein Bauwerk, das in mehrfacher Hinsicht sakral anmutet. Dabei ist seine Funktion nicht religiös – es lässt sich aber als Kathedrale traditioneller chinesischer Porzellankunst interpretieren. Im Zentrum des Bauwerks steht statt eines Altars ein aus Ziegeln geformter, mit Holz befeuerter Brennofen, der in dieser Art in China kaum mehr existiert.

Die Stadt Jingdezhen, in deren Umkreis das von AZL Architects entworfene Gebäude zu finden ist, gilt als Porzellan-Hauptstadt des Landes. Die traditionelle Herstellung mit Holz als Brennmaterial ist jedoch auch dort sehr selten geworden. Einer der wenigen Meister, der den Bau eines entsprechenden Ofens noch beherrscht, war eng in die Entwicklung der Produktionsstätte für Keramik (offizieller Name: 丙丁柴窑 / Bingding Wood Kiln) eingebunden.

Beton: Lebendig texturierte Oberflächen ohne Ankerlöcher

Im Mittelpunkt des Entwurfs steht der aus Ziegeln konstruierte Brennofen – der Bau aus Sichtbeton soll diesen schützen und in Szene setzen. Da die Wände außen und innen ohne Durchankerung – also jeweils einhäuptig – geschalt wurden, fehlen Ankerlöcher als typisches Merkmal von Ortbetonbauteilen. Die einschalige Konstruktion zeigt vor allem außen ein Schalungsbild, das fast zufällig erscheint. Auch die lebendige, stellenweise raue und fleckige Textur des Sichtbetons lässt ihn wie ein natürliches Material wirken. Zudem sind die Wasserspeier so gesetzt, dass das Regenwasser über die Wände nach unten rinnt und dadurch seine vergänglichen Spuren auf den Beton zeichnet.

Bei der Betonage der Bögen im Inneren wurden die Schaltafeln meist in einem regelmäßigen Raster angeordnet. Mit dem Motiv des Schlitzes, das die Konstruktion von Wänden, Decken und Bögen im gesamten Bau prägt, wird der Produktionsstätte ein rätselhaftes Element hinzugefügt, das den Bau symbolisch auflädt. Dazu trägt auch das Spiel mit natürlichem und künstlichem Licht bei. Ersteres dringt durch die Schlitze und die Gitterelemente ins Innere; letzteres strömt aus den Einschnitten der Betonbögen. -chi

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