VÖB
          
 


Omotesando Keyaki Building in Tokio

keyaki-building-tokio
Foto: © Kozo Takayama


Dynamisch geformte Fassade aus 136 maßgefertigten Betonstützen

Wenn 136 maßgefertigte Betonstützen dynamisch eine Fassade formen, muss das Ergebnis außergewöhnlich sein. Ist es auch – selbst für Tokioer Verhältnisse setzt das Gebäude mit der Anmutung eines Baumstammes Maßstäbe.

Die Omotesando ist die wohl prächtigste Einkaufsstraße Tokios. Einst als Prozessionsweg zum Meiji-Schrein gebaut und heute von üppigen Zalkova-Bäumen gesäumt, reiht sich dort ein Flagshipstore an den nächsten. Geplant wurden sie fast ausnahmslos von bekannten Architekten, darunter Kengo Kuma, Tadao Ando und Herzog & de Meuron. Mit Norihiko Dan hat sich nun ein weiterer, vielfach ausgezeichneter Architekt dazugesellt. Er entwarf das Keyaki Building, ein achtgeschossiges Geschäftshaus auf einem winzigen Eckgrundstück.

Die Fassadenkonstruktion erforderte ein hohes Maß an Genauigkeit, da alle 136 Stahlbetonstützen, aus denen sie sich zusammensetzt, Unikate sind. Dadurch ließ sich keine der aus Zedernholz und Polystyrol hergestellten Schalungen ein zweites Mal verwenden. Das Grundgerüst des Bauwerks bildet ein Stahlskelett aus vormontierten Trägern mit flachen Profilen, die in den Betonstützen der Fassade verborgen liegen. Mit Ausnahme des untersten und des obersten Stockwerks umfasste ein Montageabschnitt jeweils zwei halbe Geschosse samt Deckenbereich, sodass die fischgrätenähnlichen Gerippe jeweils in der Mitte der späteren Betonstützen verschweißt werden konnten. Der Einbau der Stahlkonstruktion und das Betonieren gingen Hand in Hand: Während in den unteren Geschossen betoniert wurden, erfolgte ein paar Etagen darüber die Montage weiterer Stahlbauteile.


VÖB

>> ÜBERSICHT  "AUS DER WELT DES BETONS" >>

Beton aus der Region